Günstiger ins Eigenheim

Wie Sie beim Hausbau sparen können

Wer von Anfang an die Kosten fest im Blick hat, kann beim Bau eines Hauses viel Geld sparen. Hier sind unsere Spartipps:

1. Preise vergleichen

Wer den Immobilienmarkt länger beobachtet, hat Preise und Leistungen gut im Blick. Vergleichen Sie die Angebote
und Anbieter und entscheiden Sie nicht vorschnell aus dem Bauch heraus. Das gilt auch für die Finanzierung Ihrer Immobilie: Vergleichen Sie verschiedene Angebote und bedenken Sie dabei, dass der günstigste Finanzierer nicht zwangsläufig auch der beste Anbieter sein muss.

2. Grundstück und Lage budgetgerecht suchen

Wie viel Grundstück brauchen Sie wirklich und was ist für Sie sinnvoll? Wenn Sie von einem großen Grundstück mit viel Garten träumen, lässt sich das auf dem Land natürlich viel eher finanzieren als in der Großstadt. Denn dort steigen die Grundstückspreise rasant. Grundstücke in Citylage sind in der Regel teurer als am Stadtrand. Gegenrechnen sollten Sie bei einem Haus im Speckgürtel einer Stadt die Kosten, die durch lange tägliche Arbeitswege mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln entstehen.

3. Steuern sparen

Je kleiner Grundstück und Haus sind, umso niedriger sind die Steuern dafür. Die fällige Grunderwerbsteuer ist abhängig vom Kaufpreis und immer ein erheblicher Kostenfaktor. Hinzu kommt noch die Grundsteuer, die Eigentümer regelmäßig an die Gemeinde zahlen müssen. Eine Alternative zum Grundstückskauf ist die Erbpacht. Sie pachten für mehrere Jahrzehnte das Land, auf dem Sie Ihr Eigenheim bauen und zahlen dem Pächter dafür einen Pachtzins.

4. Haustyp und Hausgröße clever wählen

Sparfüchse sollten ein Reihenhaus auswählen, denn sie sind im Schnitt am günstigsten. Wer lieber in ein Einfamilien- oder Doppelhaus ziehen will, zahlt in der Regel mehr. Und wenn Sie möchten, dass ein Architekt nach Ihren Vorgaben das Haus individuell konzipiert, kostet dies natürlich meist auch mehr als ein Serienhaus. Wobei auch Fertighaushersteller Sonderwünsche erfüllen - und sich das aber auch gut bezahlen lassen.

Wie groß ist groß genug? Die Wohnfläche hat natürlich Einfluss auf die Kosten der Immobilie, ebenso wie aufwendige Grundrisse mit Gauben, Erkern, Balkonen oder Säulen am Haus.

Die Planung ist abgeschlossen und der Hausbau hat begonnen? Dann sollten Sie jetzt am besten keine großen Änderungen mehr vornehmen - das kann sonst teuer werden.

 

5. Extras und Ausstattung priorisieren

Wie soll Ihr Traum-Zuhause aussehen? Machen Sie am besten eine Wunschliste, was Sie gerne hätten und was das ungefähr kostet. Keller, Garage, drei Bäder, Fußbodenheizung…? Nicht alle Träume sind bezahlbar – entscheiden Sie sich für die wirklich wichtigen Extras.

 

6. Öffentliche Förderdarlehen in Anspruch nehmen

Es lohnt auf jeden Fall, sich über mögliche Fördermittel für das Eigenheim zu informieren: Wohnungsbauprämie, Baukindergeld, Arbeitnehmersparzulage, öffentliche Förderdarlehen… Sprechen Sie doch z.B. mit der KfW-Bank über zinsgünstige Förderkredite zur energieeffizienten Sanierung oder über Zuschüsse für Maßnahmen zum Einbruchschutz.

 

7. Mit Eigenleistungen sparen

Viele Baufinanzierer bewerten Eigenleistungen als Ersatz für Eigenkapital. Das ist natürlich als Sparfaktor super, aber bitte immer als Bauherr ehrlich einschätzen: Wie viel Zeit für Eigenleistung am Wochenende und in den Abendstunden kann wirklich aufgebracht werden? Wie viele Kollegen, Freunde oder Verwandte können tatsächlich zur Mithilfe motiviert werden? Und wie professionell wird die Handwerkerleistung dann erbracht?  Auch zu beachten: Die Eigenleistungen müssen mit den anderen Gewerken abgestimmt werden, die nach einem festen Zeitplan arbeiten. Glaubt man Experten, sei es nicht realistisch, mehr als 10 Prozent Eigenleistung bei einem Hausbau erbringen zu können.

 

8. Sachverständige einbeziehen

Um den gefürchteten Pfusch am Bau zu vermeiden, sollten Sie möglichst von Anfang an einen unabhängigen Sachverständigen einbeziehen, der die einzelnen Schritte der Bauausführung kontrolliert. Sprechen Sie dafür zum Beispiel den Bauherren-Schutzbund an, den TÜV oder den Verband Privater Bauherren. Die Bezahlung eines Sachverständigen, der bei jedem einzelnen Bauabschnitt kontrolliert, ob die Arbeiten ordnungsgemäß und fachgerecht ausgeführt wurden, zahlt sich am Ende aus. Denn so ein Profi sieht auch versteckte Mängel, z.B. in der Bodenplatte, bei der Wärmedämmung oder bei Elektroleitungen. Werden diese Mängel erst spät erkannt, kann die Beseitigung richtig teuer werden.

 

9. Nicht alles auf einmal angehen

Prüfen Sie zwischendurch, ob einige Wünsche für Ihr neues Zuhause vielleicht auch später umgesetzt werden können: Perfekte Außenanlagen, Riesencarport, neue Lampen für das ganze Haus? Nach dem Einzug bleibt auch noch Zeit für Anschaffungen - und vielleicht ist auch wieder ein größeres finanzielles Polster da. Einzig beim Kaminbau sollten Sie beachten, dass der dazugehörige Schornstein gleich mit eingeplant wird. Ein nachträglicher Einbau wird teurer.

10. Wo Sie beim Hausbau auf keinem Fall sparen sollten

Wer ein Haus kostengünstig bauen will, hat viele Möglichkeiten, clever zu sparen. Aber wichtig dabei: Erkennen Sie die Leistungen und Anschaffungen, bei denen es sich lohnt, eventuell mehr Geld auszugeben, wie z.B. für eine effiziente Heizung, effektive Energiesparmaßnahmen, Elektroinstallationen, Dach und Dachstuhl. Auch wichtig: Bei einer Leistungserbringung durch eine Handwerksfirma hat der Bauherr auch Gewährleistungsansprüche.